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Glossar - Marktforschung, Meinungsforschung und Sozialforschung von A-Z
Panel
Bestimmter, gleich bleibenden Kreis von Adressaten, bei dem wiederholt (in regelmäßigen zeitlichen Abständen) Erhebungen zum (im Prinzip) gleichen Untersuchungsgegenstand durchgeführt werden. Das kann durch mündliche, telefonische und schriftliche Befragung, aber auch durch Beobachtung geschehen. Der Erhebungskreis (Panel-Teilnehmer) richtet sich nach dem Untersuchungsanliegen. Das besondere Charakteristikum der Panelforschung besteht darin, dass wiederholt die gleichen Auskunftsquellen herangezogen werden, und zwar zum gleichen Themenkreis. Panelerhebungen sind nicht zu verwechseln mit wellenförmigen Befragungen, die zwar wiederholt das gleiche Thema beinhalten, bei denen aber die Befragten selbst nicht identisch sind. Die Panelforschung erfasst somit Bewegungen bzw. Veränderungen im Zeitablauf, und zwar bei denselben Aus- kunftspersonen. Entscheidend für den Informationswert von Panelerhebungen sind der Grad der Repräsentanz, die Genauigkeit der Datenerhe- bung und -bearbeitung sowie die Schnelligkeit, in welcher die Daten jeweils vorliegen. Die gewählten zeitlichen Intervalle richten sich dabei primär nach der Dynamik der Untersuchungsverhältnisse, aber auch nach erhebungstechnischen und kostenmäßigen Gesichtspunkten. Seit der erstmaligen Anwendung der Panelmethode auf Fragestellungen im Bereich der Markt- und Meinungsforschung hat sich eine ganze Reihe von Panelformen herausgebildet, von denen das Verbraucherpanel und das Handelspanel zweifels- ohne am bedeutsamsten sind. Verbraucherpanels sind alle jene Panels, bei denen sich der Kreis der Auskunftspersonen aus Letztverbrauchern zusammensetzt. Er umfasst also entweder Einzelpersonen oder Haushalte. Das Individualpanel ist dann geeignet, wenn Informationen gewünscht werden, die unmittelbar nur das einzelne Individuum betreffen. Beim Haushaltspanel steht entsprechend die Beschaffung von haushaltsbezogenen Daten im Vordergrund. Eine weitere Unterscheidung bezieht sich auf die über das Panel zu untersuchenden Warengruppen und differenziert entsprechend zwischen Gebrauchsgüterpanel und Verbrauchsgüterpanel. Neben der traditionellen schriftlichen Erhebung durch den „Haushaltskalender“ werden derzeit drei Verfahren eingesetzt, die primär auf der Erfassung des EAN-Codes beruhen. Diese Verfahren sind das POS-Scanning, Inhome-Scanning und Electronic Diary. Die Kalendermethode ist die älteste Erhebungsmethode im Verbraucherpanel. Bei dem Verfahren des POS-Scanning wird jeder Panelhaushalt mit einer oder mehreren Identifikationskarten ausgestattet, auf die die Haushalts- nummer als Barcode aufgedruckt ist. Die Karte wird bei jedem Einkauf vorgezeigt, mit über den Scanner gezogen und die Haushaltsnummer mit den EAN-Codes sowie mit den Preisen und Mengen der gekauften Artikel in einem Einkaufssatz gespeichert. Das Inhome-Scanning erfasst die Informationen über ein mobiles elektronisches Gerät mit den Ausmaßen eines größeren Taschenrechners, das den Panelteilnehmern zur Verfügung gestellt wird. Zum Gerät gehört eine Basisstation, in die ein Modem zur Datenübertragung über Telefonleitung zum Institut eingebaut ist. Jeder EAN-codierte Artikel wird eingescannt und die Stückzahl und der Preis per Hand eingegeben. Die Datenerfassung über das Electronic Diary ist ähnlich dem Inhome-Scanning, jedoch ist das Codebuch durch einen intelligenten Dialog ersetzt, der das Heraussuchen der Codes für nicht EAN-codierte Artikel überflüssig macht.
 
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