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comrecon° KG Marktdiagnostik & Strategieberatung
21.12.2009 - Zur Sinnfrage hinter den Mobilitätsformen
 

Ist Mobilität nur Mittel zum Zweck? Und, was ist der Zweck?

Zur Sinnfrage hinter den Mobilitätsformen. 

Fragen, die beantwortet werden: 
  • Mobilität in Wien und Umgebung - wohin geht der Trend?
  • Welche Motive stehen hinter der Nutzung der Mobilitätsformen?
  • Welche Faktoren sind für die Wahl des Verkehrsmittels relevant - wo herrschen Diskrepanzen zwischen Wahl und Wollen - welche Leitmotive treten hervor?
  • Was ist bei der Beförderung von A nach B wichtig - wo liegen die Unterschiede, wo die Gleichheiten?
  • Welche Motivatoren für die Mobilitätsformen werden ausgemacht?

 

Die Betrachtung und Reflexion der eigenen Mobilität im Zuge des Online-Tagebuches brachte erstaunliche Einsichten in das Nutzungsverhalten der einzelnen Mobilitätsformen der Wiener Bevölkerung.


Ist Mobilität nur Mittel zum Zweck? Und, was ist der Zweck? 

Zur Sinnfrage hinter den Mobilitätsformen. 

Fragen, die beantwortet werden: 
  • Mobilität in Wien und Umgebung - wohin geht der Trend?
  • Welche Motive stehen hinter der Nutzung der Mobilitätsformen?
  • Welche Faktoren sind für die Wahl des Verkehrsmittels relevant - wo herrschen Diskrepanzen zwischen Wahl und Wollen - welche Leitmotive treten hervor?
  • Was ist bei der Beförderung von A nach B wichtig - wo liegen die Unterschiede, wo die Gleichheiten?
  • Welche Motivatoren für die Mobilitätsformen werden ausgemacht?

Die Betrachtung und Reflexion der eigenen Mobilität im Zuge des Online-Tagebuches brachte erstaunliche Einsichten in das Nutzungsverhalten der einzelnen Mobilitätsformen der Wiener Bevölkerung.

Die Emotionen bei den einzelnen Mobilitätsformen

Öffis sind in ihrer atmosphärischen Wirkung negativ besetzt. Das heißt, alles, was Gerüche, Geräusche und körperliches Wohlbefinden anbelangt, findet sich in den Öffentlichen nicht wieder. Das Motiv der Anpassung beherrscht die Wahl der Öffis. 
 
Autos sind wie mobile Wohnzimmer. „My home is my castle“ kann ersetzt werden durch „My car is my castle.“ Sie sind nicht nur Mittel, um von A nach B zu gelangen, sondern sie gewinnen vor allem in punkto emotionalem Mehrwert und Wohlgefühl. Autofahren ist ein emotionales, multisensuales Erlebnis, das stark durch Individualismus geprägt ist. Man fühlt sich gut und das ist es Vielen wert, Staus, Parkplatzsuche und teure Spritpreise in Kauf zu nehmen. Man möchte auf diesen Komfort nur ungern verzichten - es würde Verlust von Lebensqualität und Einschränkung bzw. nahezu Askese bedeuten. Der Wechsel zum öffentlichen Verkehrsmittel stellt für echte Autofahrer nur eine Notlösung dar, die rein rational getroffen wird. 
 
Vom Gefühl her, möchte fast jeder - auch der Öffi-Fan - lieber mit dem Auto unterwegs sein und dabei die Vorzüge von Bequemlichkeit, Spaß, Spontanität, Individualismus und vor allem das Gefühl der Freiheit genießen. Die Öffis stellen genau das Gegenteil dar - sie steigen in Sachen Spaß negativ aus. Und Status vermitteln sie schon gar nicht.
 
Die Vorzüge der Öffis sind rein rational motiviert: Sie sind praktisch, sparsam und halbwegs sicher. Diesen Vorzügen stehen jede Menge Nachteile gegenüber: fehlende Sauberkeit, Unzuverlässigkeit in Sachen Fahrplan (vor allem ÖBB und S-Bahn), fehlende Dynamik und kein bisschen Status für die Reisenden: Wer öffentlich unterwegs ist, ist es wie jeder andere auch. Wer Auto fährt, hebt sich ab. Es ist nicht zu leugnen, dass Autos immer noch ein Statussymbol für Wohlstand sind, wobei der Druck der Rechtfertigung erheblich anwächst. Fakt ist, dass die Öffis zum Großteil rein aus Gründen der Anpassung gewählt werden. Würde es andere mobile Formen wie Kleinwägen oder kleine Elektroautos für die Stadt geben, die die Vorzüge „normaler“ Autos mit sich bringen und die rationalen Motive der Öffentlichen abdecken, ist ein Umstieg denkbar. Umgekehrt: Wäre öffentlich fahren eine Art clevere Handlung und würde auch noch Spaß machen, ist eine Nutzung aus Überzeugung möglich.
 
Die Alternative zu Fuß oder mit dem Rad stellt sich nur für wenige - vor allem die Faktoren der Bequemlichkeit und Praktikabilität im städtischen Alltagsverkehr sind nachteilig. Zumal die beiden Mobilitätsformen ihre Vorzüge in Sachen Genuss, Entdeckerdrang und in Bezug auf Gesundheit mit sich bringen. Aber dies sind eher Faktoren, die in der Freizeit wichtiger sind als im Alltagsleben.
 
Oberstes Motiv ist die Schnelligkeit und Flexibilität in der Stadt. Wohnt man also inmitten, bieten sich die Öffis an. Sobald man weiter außerhalb wohnt, ist die Überlegung zum Auto bereits vorhanden. Öffis werden aus reiner Anpassung gewählt. Interessant die mögliche Alternative: das E-Auto, das man sich im städtischen Alltag gut vorstellen kann. Die Frage ist nur, wer sich dies leistet. Carsharing wird derzeit nur als Möglichkeit im außerstädtischen Bereich und in der Freizeit gesehen, nicht aber als Möglichkeit in der Stadt. 
 
 
Ausblick: Mit Hilfe dieser Methode aus Fokus Group und Online Tagebuch (Cord Sourcing) können für Städte als auch ländliche Gebiete Mobilitätskonzepte entwickelt werden. Ebenso können Lösungen für die einzelnen Möglichkeiten auf Basis der vorherrschenden Mobilitätsbedürfnisse unterschiedlicher sozialer und psychografischer Zielgruppen entwickelt werden. 

Die Studie steht unter folgendem Link zum Download zur Verfügung: http://bit.ly/cStudien


 

 

 
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